Musiktherapeutische Umschau online
Johannes Th. Eschen-Preis der DMtG 2010 an Karin Holzwarth vergeben
Karin Holzwarth (Hamburg) erhält für ihre Abschlussarbeit: „Leben im Spannungsfeld von Selbsterinnern und Selbstauflösung. Gedanken zur Phänomenologie des Bewusstseins anhand der Musiktherapie mit einer Patientin im Langzeit-Wachkoma“ den Johannes Th. Eschen-Preis 2010 der Deutschen Musiktherapeutischen Gesellschaft (DMtG). Die Arbeit wurde von der Jury mit großer Übereinstimmung ausgezeichnet. Die Jury lobte die „sehr gründliche Auseinandersetzung auf hohem wissenschaftlichen Niveau“ mit dem Thema. Sie zeigte sich sehr beeindruckt von der umfassenden Darstellung der ganz unterschiedlichen wissenschaftlichen Zugangsweisen zur Bewusstseinsforschung. Die Jury bescheinigte der Autorin außerdem eine hohe Sensibilität in der Verzahnung von Theorie und Praxis. Ein wichtiges und bedeutsames Feld sei für die Musiktherapie nachvollziehbar gemacht. Ein Kommentar aus der Jurybesprechung: „Wunderbar, ich bin völlig begeistert!“
Die Arbeit entstammt der Musiktherapie-Ausbildung am Institut für Musiktherapie der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg und wurde Mitte 2008 abgeschlossen.
Eine Belobigung erhält Monika Kern (Mannheim) für ihre Arbeit: „Klangerfahrung als Embodiment: Leiborientierte Ressourcenaktivierung durch vibroakustische Methoden bei Para- und Tetraplegikern“. Die Jury zeigte sich sehr beeindruckt von der großen Authentizität und der inhaltlichen und formalen sehr guten Darstellung. Ein sehr interessantes Kapitel werde hier für die Musiktherapie zur Verfügung gestellt. Hervorzuheben sei außerdem die Einbeziehung der Experten, die eine fortgeleitete Diskussion ermögliche.
Die Arbeit wurde an der Fachhochschule Heidelberg der Stiftung Rehabilitation, Studienrichtung Musiktherapie eingereicht.
Mit der diesjährigen Entscheidung werden zwei Arbeiten ausgezeichnet, deren Ausbildungen zu den ältesten der deutschen Musiktherapie-Ausbildungen gehören (Hamburg und Heidelberg).
Die beiden Jurys zeigten sich insgesamt mit vielen der eingereichten Arbeiten nicht zufrieden. Das Niveau scheine gegenüber den Vorjahren gesunken, so hieß es am Rande der Sitzung der Vorjury. Die meisten der eingereichten Arbeiten reichten in ihrem Niveau nicht an die vergangenen Ergebnisse heran. Offensichtlich hatten sich die Bewerber nicht ausreichend informiert über die bisher erreichte wissenschaftliche Qualität. Deshalb konnten von der Vorjury nur vier (statt bisher sieben) Arbeiten mit gutem Gewissen der Hauptjury zur Auswahl vorgelegt und für den Eschen-Preis nominiert werden.
Der Eschen-Preis 2010 wird anlässlich der Feierlichkeiten zum 30-jährigen Bestehen des Heidelberger Studienganges Ende Oktober in Heidelberg festlich überreicht werden.
Der Eschen-Preis will den wissenschaftlichen Nachwuchs der Musiktherapie fördern und junge Autorinnen und Autoren mit ihren Abschlussarbeiten auszeichnen. Er wird alle zwei Jahre vergeben und von der Redaktion der Zeitschrift Musiktherapeutische Umschau im Auftrag der Deutschen Musiktherapeutischen Gesellschaft (DMtG) durchgeführt.



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